Hildegard Knef (1925-2002) erwächst in der Nachkriegszeit rasch zum Filmstar, der Spielfilm „Die Sünderin“ mit ihr in der Hauptrolle gerät zum Skandal. Es folgt der Broadway, Knef wird Chansonsängerin und Autorin. Neben der Biografie durchleuchtet Luzia Schmids einfühlsamer wie herausragender Portraitfilm „Ich will alles. Hildegard Knef“ Wandlungsfähigkeit der Knef, ihre Widersprüche und ihr Spielen und Ringen mit den Medien und der Öffentlichkeit. Knefs einmalige Karriere spiegelt trefflich das Deutschland der Wirtschaftswunderjahre, das mit Tiefgründigkeit, Zweifeln und Selbstbestimmung nicht umgehen konnte oder wollte. Schmids Dokumentation öffnet anhand einer großen Künstlerin so ein ganzes Zeit- und Sittengemälde, das Lust macht, sich kopfüber ins Leben zu stürzen. Das hätte der gebürtigen Ulmerin, die von Ella Fitzgerald einmal als „beste Sängerin ohne Stimme“ bezeichnet wurde, gefallen.
In naher Zukunft ist die Erde kaum noch bewohnbar, die Ressourcen sind knapp. Entsprechend ist die Fortpflanzung limitiert. Eltern müssen sich bewerben, so auch die Biologin Mia (Elizabeth Olsen) und der K.I.-Technologe Aaryan (Himesh Patel). Eine Woche lang werden sie von Virginia (Alicia Vikander) auf ihre Tauglichkeit als Eltern geprüft. Die anfängliche Nervosität steigt, als die unnahbare, kühle Virginia – zunehmend übergriffig – in undurchsichtige Rollen schlüpft. Ist das noch Teil der Prüfung, oder sind die beiden einer neurotisch-sadistischen Gegenspielerin ausgeliefert? „The Assessment“, das Debüt von Fleur Fortuné, ist in einem faszinierenden Setting angesiedelt und weiß mit zunehmender Spannung und dank des guten Casts in den Bann zu ziehen. Beklemmung, Fremdscham, Angst und Wut werden souverän getriggert.
Außerdem neu in den Kinos in und um Wuppertal: das Insel-Drama „Eden“ von Ron Howard, die Live-Action-Spieleverfilmung „Ein Minecraft Film“ von Jarred Hess und die skurrile Kinderkomödie „Victoria muss weg“ von Gunnbjörg Gunnarsdóttir.
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