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Thorsten Andreas
Foto: Thorsten Pech

„Kurzweilige Werke aus Oper und Operette“

27. Februar 2025

Leiter Thorsten Pech über das Konzert zum 75. Geburtstag des Konzertchors Wuppertal – Interview 03/25

Im Interview stellt Thorsten Pech das Programm vor und blickt auf seine 22-jährige Tätigkeit als Leiter zurück.

engels: Herr Pech, „Ich lade gern mir Gäste ein“ lautet der Titel der Jubiläumsmatinee in der Historischen Stadthalle. Was erwartet die Gäste?

Unterhaltsam soll es zugehen. Dazu passend habe ich kurzweilige Werke aus Oper und Operette zusammengestellt. Es gibt Ausschnitte aus Richard Wagners „Die Meistersinger“ und „Tannhäuser“, Ruggero Leoncavallos „Der Bajazzo“, Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“, Albert Lortzings „Zar und Zimmermann“ sowie Emmerich Kalmans „Die Csárdasfürstin“.

Nach welchen Kriterien haben Sie das Programm zusammengestellt?

Mit meiner Vorliebe zur romantischen Musik und bei meiner Leidenschaft zur Operette handelt es sich um persönliche Lieblingsstücke. Außerdem wird das 150. Todesjahr von Georges Bizet mit Stücken aus „Die Perlenfischer“ und „Carmen“ und der 200. Geburtstag von Johann Strauss Sohn mit Teilen aus „Der Zigeunerbaron“ und „Die Fledermaus“ in diesem Jahr in Erinnerung gerufen.

Spezialisiert ist der Konzertchor eigentlich auf große Oratorien und Werke a cappella. Sind die Chormitglieder auch mit der Literatur des Musiktheaters vertraut?

Wir haben hin und wieder Konzerte mit ähnlichen Programmen veranstaltet oder z.B. beim Open-Air-Konzert des Sinfonieorchesters auf dem Laurentiusplatz mitgewirkt. 

Wer ist mit am Konzert beteiligt?

Das Sinfonieorchester Wuppertal, unser Weggefährte seit der ersten Stunde, ist ebenso beteiligt wie zwei in Wuppertal allseits bekannte Gesangssolisten, ehemalige Publikumslieblinge an der Wuppertaler Oper: Sopranistin Elena Fink und Bariton Thomas Laske. Auch den Tenor André Khamasmie kenne ich schon lange. Seine musikalischen Wurzeln liegen im Leipziger Thomanerchor. Heutzutage ist er auf den Konzert- und Opernbühnen im In- und Ausland ein gefragter Sänger.

2003 übernahmen Sie die Leitung des damaligen „Konzertchors der Volksbühne“. Wie waren die Anfangsjahre?

Mir war von Anfang an klar, den Chor verjüngen zu müssen. Denn zum Zeitpunkt der Übernahme im Mai 2003 war der Altersdurchschnitt recht hoch. Ausschlaggebend war die Forderung von Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka, dass die Chorqualität besser werden müsse. Andernfalls könne dieser nicht weiter bei den städtischen Chorkonzerten in der Stadthalle mitwirken. Aufgrund dieser Vorgabe hatte jedes Chormitglied an einer Stimmprüfung teilzunehmen. Danach konnten nicht alle Choristen weiter in diesem Konzertchor mitsingen. Der Schubert-Bund entschloss sich, die vor Jahren begonnene Kooperation zu beenden. Gute Sänger traten dem Chor bei und bildeten zusammen mit den Verbliebenen den Grundstock für den Neuaufbau. Kamioka legte auch deshalb großen Wert auf eine Qualitätssteigerung, weil sein ehemaliger Dirigierprofessor Klauspeter Seibel das nächste Chorkonzert dirigieren sollte. Der Auftritt mit ihm am Karfreitag 2007 war ein großer Erfolg.

Wie gestaltet sich die Nachwuchsarbeit?

Seit der Neuorientierung werben wir stetig um Nachwuchs. Besondere Anreize zur Mitwirkung sind natürlich anspruchsvolle Programme und deren intensive Vorbereitung in den Proben, dazu ist auch eine intensive chorische wie Einzelstimmbildung, die ich als ausgebildeter Bass-Bariton-Sänger in den zwei Jahrzehnten stets selber durchgeführt habe, um einen intensiven und frischen Chorklang zu formen.

Wie funktioniert die Kooperation mit dem Sinfonieorchester Wuppertal?

Seit Gründung des Chors wurde die Programmauswahl von den jeweiligen künstlerischen Leitern in Abstimmung mit dem Generalmusikdirektor getroffen. Früher gab es pro Spielzeit vier städtische Chorkonzerte, zwei davon mit dem Konzertchor, die beiden anderen mit dem Chor der Konzertgesellschaft. Später, als die Reihe um eines reduziert wurde, wechseln sich die beiden Chöre nun mit zwei Konzerten ab, das heißt: Jedes zweite Jahr singen wir nur ein Konzert mit dem städtischen Orchester. Seitdem führen wir auch eigenveranstaltete Konzerte unter meiner Leitung durch. 

Welche Höhepunkte gab es?

Highlights waren Konzerte mit den Dirigenten Klauspeter Seibel, Ralf Weikert, dreimal mit Jos van Veldhoven oder dem jungen Italiener Alessandro Palumbo. Zu den Höhepunkten der letzten drei Jahre nach Corona gehörten auch die Aufführungen des Brahms-Requiems, des Weihnachtsoratoriums und der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach unter meiner Leitung.

Warum löste sich der Chor 2022 als Untergruppe von der Volksbühne?

Ein wichtiger Schritt für die Fortentwicklung des jetzigen Konzertchors Wuppertal war der Weg in die Eigenständigkeit, um die zukunftsorientierten Planungen und Vorhaben realisieren zu können, die mit einer immer mehr schrumpfenden Kulturgemeinde der Volksbühne nicht mehr möglich gewesen wären.

Warum wird ab der kommenden Spielzeit ein neuer künstlerischer Leiter gesucht?

Schon lange ist dem Chor bekannt, dass ich mit meinem Eintritt in den Ruhestand auch die Leitung des Chores abgeben werde. Nach fast 48 Dienstjahren, davon genau 40 Jahre in und für Wuppertal, ist diese Zeit nun gekommen, so dass ein Nachfolger mit einem stabilen Ensemble und Klangkörper weiterarbeiten und zukunftsorientiert darauf aufbauen kann.

Großes Jubiläumskonzert: Ich lade gern mir Gäste ein | So 9.3. 11 Uhr | Historische Stadthalle Wuppertal | 0202 24 58 90

Interview: Hartmut Sassenhausen

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